TASSILO HOFER

11.03.1934 AUGSBURG
-
14.04.2020 MÜNCHEN

Finale | 1968 

Tassilo Hofer

Öl auf Leinwand, 125 x 180 cm 

„Meine Bilder entstehen auf der Leinwand“

Kein Vorarbeiten und kein Übertragen ins Bild, eine Methode des Entwickelns also, die bis zum Ergebnis offen bleibt für Ideen und Assoziationen, auch wenn das ursprüngliche Konzept beibehalten wird. Alles in Tassilo Hofers Bildern ist durchdrungen vom Bestreben nach einer Ausgewogenheit von strenger Komposition und immanenter Dynamik, von einem Gleichgewicht zwischen Gedanklichkeit und Emotion. Auf ergiebige Weise vermag er in Varianten struktureller Entsprechungen zu arbeiten.

Wege werden gebahnt, die einander kreuzen, die abwärts stürzen oder aufsteigen ins Ungewisse. Ein Titel wie „Toledo“ mag dazu anregen, über eigene gegenständliche Vorstellungen oder Erinnerungen nachzudenken, doch er bleibt nur ein Hilfsmittel der Verständigung über einen Bildcharakter, der den Künstler über das gegenständlich Erkennbare stets hinausgelangen lässt.

Tassilo Hofers eidetisches Bewusstsein funktioniert wie ein Speicher variabler Assoziationen, welche aus Wahrnehmungen resultieren und aus erinnerten Momenten, die in anderer Zusammensetzung wiederkehren. Er sagt: „Ich male. Was jemand in meinen Bildern sieht ist ein anderes Thema. Ich wende mich an ein Publikum, das offen ist für das Ungewisse, das Vielleicht, das was wir versuchen zu verdrängen, obwohl es uns in jedem Augenblick begleitet“.

Hofers Tätigkeiten als Bühnenbildner, Filmarchitekt und für die Gestaltung öffentlicher Bauten sind belegt in einer Vielzahl oft anmutiger Entwürfe, die zurückreichen bis in die fünfziger Jahre. Damit bekräftigt er zugleich seine enormen Leistungen der Abstraktion in teils großen Formaten, wo Temporäres stets umgesetzt ist in ein allgemein Gültiges.